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"Frei Heil!" - "Freundschaft!" - "Freiheit" 


In der ersten Hälfte der 20er Jahre grüßten sich die Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterjugend mit "Frei Heil", ein Gruß der wohl von den Arbeitersportverbänden übernommen worden war. Die Kindfreunde übernahmnen aus Österreich den Gruß "Freundschaft". Er gefiel auch vielen Jugendlichen in der SAJ. Er war persönlicher, aussagekräftiger und klang nicht so unangenehm nach "Heil Dir im Siegerkranz". In den SAJ-Gruppen wurde zeitweise so laut darüber diskutiert, welcher Gruß denn nun der bessere sei, daß die reichszentralen Zeitschriften darüber berichteten. Die Diskussion ging bis 1929. Auf dem großen Internationalen Jugendtag in Wien im Juli 1929 schloß Otto Felix Kanitz seine flammende Begrüßungsansprache mit einem kräftigen "Freundschaft!". Das Echo kam aus 50.000 Kehlen begeistert zurück. Damit waren auch in Deutschland die Diskussionen ausgestanden.
Begegneten SAJ-Mitglieder Naturfreundejugendlichen auf der Straße grüßten sie mit "Freundschaft!" und es kam ihnen ein munteres "Berg frei" entgegen. Kam ein Hitlerjunge, war es mit der "Freundschaft" vorbei. Für ihn gab es den trotzig-kämpferischen Gruß "Freiheit!". Aber 1933 war es auch damit zu Ende.
Beim Wiederaufbau der Falken nach 1945 war es keine Frage wie die Verbandssatzung beginnen sollte: "Unser Zeichen ist der Rote Falke - Unser Gruß heißt »Freundschaft!«". Und so ist es bis heute geblieben.

Heinrich Eppe